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Blessing, Marc, Das neue internationale Schiedsgerichtsrecht der Schweiz - Ein Fortschritt oder ein Rückschritt?, in: Böckstiegel (ed.), Die internationale Schiedsgerichtsbarkeit in der Schweiz (II), Cologne, Berlin, Bonn, Munich 1989, at 13 et seq.

Title
Blessing, Marc, Das neue internationale Schiedsgerichtsrecht der Schweiz - Ein Fortschritt oder ein Rückschritt?, in: Böckstiegel (ed.), Die internationale Schiedsgerichtsbarkeit in der Schweiz (II), Cologne, Berlin, Bonn, Munich 1989, at 13 et seq.
Content
68 et seq.

Die häufigsten in der internationalen Schiedsgerichtspraxis angewendeten Grundprinzipien (ob man sie jetzt »general principles of law common to civilized nations« oder Grundprinzipien einer »lex mercatoria« oder transnationale Rechtsgrundsätze nennen mag, erscheint wenig relevant), welche im übrigen auch der schweizerischen und deutschen Rechtsordnung zugrunde liegen, können etwa wie folgt aufgelistet werden:

(1) der Grundsatz pacta sunt servanda (jedoch unter Vorbehalt des Rechtsmißbrauchsverbots, der Unsittlichkeit oder Widerrechtlichkeit);

(2) Vorbehalt der clausula rebus sic stantibus bei langfristigen Verträgen, falls nach strenger Würdigung die subjektiven und objektiven Voraussetzungen gegeben erscheinen;

(3) die Anforderung, nach dem Prinzip von Treu und Glauben zu handeln, Verbot des Rechtsmißbrauchsvenire contra factum proprium, culpa in contrahendo, principle of estoppel;

(4) Einredebeschränkung für Staaten und staatlich kontrollierte Unternehmen, wie sie hier in Art. 177 Abs. 2 IPR-G kodifiziert wurde;

(5) konkludente Annahme bei Stillschweigen oder Ratifizierung durch Erfüllungshandlungen, Behaftung bei erwecktem Rechtsschein, insbesondere bei Stellvertretung;

(6) Verbot der Sanktionierung widerrechtlicher oder unsittlicher Verträge;

(7) Beachtlichkeit der exceptio non adimpleti contractus;

(8) Beachtung der Schranken der adäquaten Kausalität bei der Beurteilung von Schadensersatzforderungen, sowie Schadensminderungspflicht des Geschädigten;

(9) Beachtung von Anzeigepflichten insbesondere bei Kaufs- und Werkverträgen als Ausfluß des Gebots, nach Treu und Glauben zu handeln;

(10) Verbot der entschädigungslosen Enteignung (siehe Erdölkonzessionsfälle betreffend Libyen, Iran, Kuwait).

Referring Principles
Trans-Lex Principle: I.1.1 - Good faith and fair dealing in international trade
Trans-Lex Principle: I.1.3 - Forfeiture of rights
Trans-Lex Principle: I.1.2 - Prohibition of inconsistent behavior
Trans-Lex Principle: IV.1.2 - Sanctity of contracts
Trans-Lex Principle: IV.2.2 - Silence by offeree
Trans-Lex Principle: IV.2.3 - No repudiation of contractual consent by state party
Trans-Lex Principle: IV.6.9 - Duty to notify / to cooperate
Trans-Lex Principle: IV.8.1 - Principle of pre-contractual liability
Trans-Lex Principle: V.1.4 - Principle of simultaneous performance; right to withhold performance
Trans-Lex Principle: VII.2 - Principle of foreseeability of loss
Trans-Lex Principle: VII.4 - Duty to mitigate
Trans-Lex Principle: VIII.1 - Definition
Trans-Lex Principle: XI.1 - Compensation for expropriation
A project of CENTRAL, University of Cologne.